Wer zum ersten Mal international auswertet, erlebt eine Überraschung: Das deutsche Postleitzahlenmodell ist nicht der Normalfall. Manche Länder haben gar keine Postleitzahlen, andere haben alphanumerische Codes, wieder andere haben Systeme, in denen ein Code keine Fläche, sondern einen Zustellpunkt bezeichnet. Wer eine internationale Karte bestellt, sollte deshalb zuerst klären, worauf ausgewertet werden soll.
Die üblichen Gliederungsebenen
Verwaltungsgliederungen. Fast jedes Land hat eine mehrstufige Verwaltungsstruktur – Regionen, Provinzen, Distrikte, Gemeinden. Sie ist in der Regel die verlässlichste Ebene, weil amtliche Statistik daran hängt. Für Europa existiert mit der NUTS-Systematik zusätzlich eine länderübergreifend vergleichbare Gliederung in drei Stufen, was für europaweite Vergleiche erhebliche Vorteile hat.
Postleitzahlgliederungen. Verfügbar für viele, aber nicht für alle Länder – und in sehr unterschiedlicher Qualität und Granularität. In manchen Ländern gibt es saubere Flächengliederungen, in anderen nur Punktdaten, aus denen Flächen abgeleitet werden müssen.
Zusammengefasste Vertriebsräume. Für viele Auswertungen ist die feinste Ebene gar nicht gewünscht. Länder- oder Regionsgruppen, die zu Ihrer Vertriebsorganisation passen, bauen wir aus den vorhandenen Gliederungen auf.
Verfügbare Räume
Wir liefern digitale Kartengrundlagen für:
- Europa – von der Länderebene bis zu nationalen Postleitzahl- und Verwaltungsgliederungen
- Asien, Amerika, Afrika und Ozeanien – in der jeweils verfügbaren Detailtiefe
- Weltkarten – Länderebene und übergeordnete Regionen für globale Übersichten
Grundsätzlich lassen sich Karten für nahezu jedes Land der Welt bereitstellen. Ob eine bestimmte Gebietsebene für ein bestimmtes Land verfügbar ist, prüfen wir vor jedem Angebot – pauschale Zusagen wären an dieser Stelle unseriös.
Spezialgliederung: CRESTA-Zonen
Ein Sonderfall mit eigenem Anwenderkreis sind CRESTA-Zonen. Es handelt sich um eine international standardisierte Gebietseinteilung, die in der Versicherungs- und Rückversicherungswirtschaft für die Kumulkontrolle bei Naturgefahren verwendet wird. Die Zonen sind so geschnitten, dass sich Risiken – Sturm, Hochwasser, Erdbeben – über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg vergleichbar aggregieren lassen.
Wer in diesem Feld arbeitet, kommt an dieser Gliederung nicht vorbei, weil Portfolios und Rückversicherungsverträge darauf Bezug nehmen. Wir liefern die Zonen als Flächengeometrien in den gängigen GIS-Formaten.
Worauf bei internationalen Karten zu achten ist
Bezugssystem. International ist WGS 84 der übliche Bezug. Nationale Systeme – etwa ETRS89/UTM in Deutschland – sind für Länderauswertungen präziser, machen aber länderübergreifende Zusammenstellungen aufwendiger. Mehr dazu unter Koordinatensysteme.
Projektion. Bei Welt- und Kontinentkarten wird die Wahl der Kartenprojektion zur inhaltlichen Entscheidung: Sie bestimmt, welche Regionen im Kartenbild größer erscheinen, als sie sind. Für Flächenvergleiche brauchen Sie eine flächentreue Projektion – sonst führt die Karte systematisch in die Irre.
Schreibweisen und Kodierung. Ortsnamen in nicht-lateinischen Schriften, Umlaute, Akzente und diakritische Zeichen sind eine wiederkehrende Fehlerquelle. Wir liefern durchgängig in UTF-8 und weisen die Kodierung aus.
Gebietsstände. Verwaltungsreformen finden auch außerhalb Deutschlands statt – in manchen Ländern deutlich häufiger. Für Zeitreihen ist ein einheitlicher Gebietsstand deshalb international noch wichtiger als national.
Formate
Internationale Kartengrundlagen liefern wir in denselben Formaten wie nationale: als Shapefile, GeoPackage oder GeoJSON sowie in den nativen Formaten von RegioGraph und easymap.
Beschreiben Sie am besten, welche Länder Sie brauchen und auf welcher Ebene ausgewertet werden soll – wir prüfen die Verfügbarkeit und schlagen die passende Gliederung vor.