Diese Kartengrundlage löst ein Problem, das in fast jedem Unternehmen auftritt und selten offen benannt wird: Die eigene Organisation und die verfügbaren Daten folgen unterschiedlichen Gebietssystemen.
Vertriebsgebiete, Zustellbezirke und Kundenstämme sind in aller Regel nach Postleitzahlen geschnitten. Kaufkraft, Einwohnerzahlen, Wirtschaftsdaten und amtliche Statistik liegen dagegen nach Kreisen und Gemeinden vor. Beide Systeme sind unabhängig voneinander entstanden – und sie decken sich nicht.
Was die Karte zeigt
Beide Gebietssysteme werden vollständig dargestellt, aber konsequent auseinandergehalten:
- Verwaltungsgrenzen in einer eigenen Farbfamilie, hierarchisch abgestuft von der Landes- bis zur Kreisgrenze
- Postleitzahlengrenzen in einer deutlich anderen Farbe, mit den fünfstelligen Postleitzahlen in der Fläche
- Ortsnamen als gemeinsame Orientierungsebene für beide Systeme
- ein reduziertes Straßen- und Gewässernetz
Die Farbtrennung ist hier keine Geschmacksfrage, sondern die eigentliche Funktion der Karte. Erst dadurch wird sichtbar, was ohne diese Darstellung Vermutung bleibt: Postleitzahlengebiete verlaufen regelmäßig über Kreisgrenzen hinweg – und Kreisgrenzen zerschneiden Postleitzahlengebiete.
Warum das praktisch relevant ist
Wer Kaufkraftdaten auf Kreisebene einem Vertriebsgebiet auf PLZ-Ebene zuordnen will, muss zwangsläufig umrechnen. Diese Umrechnung ist keine exakte Zuordnung, sondern eine flächen- oder einwohnergewichtete Verteilung. Wie gut sie funktioniert, hängt davon ab, wie stark sich die Gebiete überlappen – und genau das zeigt diese Karte.
Konkret hilft sie bei Fragen wie:
- Liegt mein Vertriebsgebiet in einem oder in mehreren Landkreisen?
- Welche Postleitzahlen muss ich zusammenfassen, um einen Kreis vollständig abzudecken?
- Wo führt eine Gebietsaufteilung nach Postleitzahlen dazu, dass zwei Zuständigkeiten für dieselbe Gemeinde entstehen?
Typische Verwendung
- Gebietsplanung im Vertrieb, wenn Marktdaten aus amtlichen Quellen einfließen – siehe Vertriebsgebiete
- Expansions- und Standortentscheidungen, bei denen Marktdaten nach Kreisen mit eigenen Zahlen nach Postleitzahlen zusammengebracht werden
- Verbände und Organisationen, deren Mitgliederstruktur nach Postleitzahlen, deren Berichtswesen aber nach Kreisen aufgebaut ist
Digital als zwei Ebenen
In digitaler Form liefern wir dieselbe Kombination als zwei getrennte Geometrieebenen – Postleitzahlengebiete und Verwaltungsgrenzen jeweils als eigener Datensatz. Das ist der entscheidende Vorteil gegenüber dem Druck: In RegioGraph, easymap oder einem GIS lassen sich beide Ebenen unabhängig ein- und ausblenden, einfärben und miteinander verschneiden.
Wenn Sie die Karte dagegen als Arbeitsgrundlage zum Einzeichnen eigener Gebiete suchen, sehen Sie sich die Organisationskarte an.