Digitale Landkarten gibt es in vielen Formaten, und die Auswahl ist weniger eine Geschmacksfrage als eine Frage der Zielumgebung. Die wichtigste Unterscheidung vorweg:
Geodaten enthalten Geometrien und eine Attributtabelle. Sie lassen sich mit eigenen Daten verknüpfen und auswerten.
Grafikformate enthalten nur die Darstellung. Sie lassen sich gestalten, aber nicht auswerten.
Wer das verwechselt, bestellt eine Datei, mit der sich das Vorhaben nicht umsetzen lässt.
Geodatenformate
Shapefile (.shp)
Das Arbeitspferd der Branche. Über dreißig Jahre alt, technisch überholt, aber von praktisch jedem System lesbar – und deshalb nach wie vor das sicherste Austauschformat.
Wichtig: Ein Shapefile ist ein Dateiverbund, kein einzelnes File. Es besteht mindestens aus .shp (Geometrie), .shx (Index) und .dbf (Attribute), dazu praktisch immer .prj (Bezugssystem) und .cpg (Zeichenkodierung). Werden nicht alle Dateien weitergegeben, fehlen beim Empfänger Attribute oder Verortung.
Grenzen: Feldnamen maximal zehn Zeichen, Dateigröße je Bestandteil auf 2 GB begrenzt, historisch anfällig für Kodierungsprobleme bei Umlauten.
GeoPackage (.gpkg)
Der moderne Nachfolger und technisch die bessere Wahl: eine einzige Datei, mehrere Ebenen in einem Container, keine Namenslängenbegrenzung, saubere UTF-8-Kodierung, keine relevante Größenbeschränkung. Von allen gängigen GIS unterstützt.
Wenn keine Vorgabe dagegensteht, empfehlen wir GeoPackage.
GeoJSON (.geojson)
Textbasiert und menschenlesbar, der Standard für Web-Anwendungen und Schnittstellen. Der Spezifikation nach in WGS 84 – andere Bezugssysteme sind unüblich und werden von vielen Bibliotheken nicht unterstützt.
Grenze: Bei detaillierten Geometrien werden die Dateien sehr groß, weil jede Koordinate als Text gespeichert wird.
TopoJSON
Eine Variante von GeoJSON, die gemeinsame Grenzabschnitte benachbarter Flächen nur einmal speichert. Das reduziert die Dateigröße erheblich und hat einen zweiten Vorteil: Beim Vereinfachen bleiben die Flächen automatisch lückenlos aneinander – genau das Problem, das unter Generalisierung beschrieben ist. Die naheliegende Wahl für Web-Karten und BI-Dashboards.
KML und KMZ
Das Format der Erdglobus-Anwendungen. Gut für Präsentation und einfache Weitergabe, für Analysen nur eingeschränkt geeignet. KMZ ist die komprimierte Variante.
GML
Ein XML-basiertes Format aus dem europäischen Normungsumfeld. Sie treffen es vor allem in der amtlichen Vermessung und bei behördlichen Datenabgaben.
DXF
Ein CAD-Format. Sinnvoll, wenn die Karte in einer Planungs- oder Konstruktionsumgebung weiterverwendet wird. Trägt Geometrien und Layerstruktur, aber keine vollwertige Attributtabelle.
Formate der Geomarketing-Software
RegioGraph und easymap verwenden jeweils eigene Kartenformate. Wir liefern direkt darin, damit kein Konvertierungsschritt anfällt. Auf Wunsch zusätzlich als Shapefile, falls dieselben Geometrien auch in einem GIS gebraucht werden.
Grafikformate
SVG – Vektorgrafik für Web und Layout, skalierbar, in Grafikprogrammen bearbeitbar. PDF – kann Vektordaten enthalten, muss aber nicht. Ein PDF mit eingebettetem Pixelbild ist nicht bearbeitbar. AI / EPS – klassische Druckvorstufenformate für die Grafikabteilung. PNG / JPEG – reine Pixelbilder. Für Präsentationen brauchbar, nicht skalierbar, nicht bearbeitbar.
Mehr dazu unter Vektorkarten für Grafik und Marketing.
Die Übersicht
| Format | Auswertbar | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Shapefile | ja | GIS, universeller Austausch |
| GeoPackage | ja | GIS, moderne Alternative zum Shapefile |
| GeoJSON | ja | Web, Schnittstellen |
| TopoJSON | ja | Web-Karten, BI-Dashboards |
| KML / KMZ | eingeschränkt | Präsentation, Weitergabe |
| GML | ja | amtliche Datenabgaben |
| DXF | eingeschränkt | CAD, Planung |
| SVG / AI / EPS | nein | Grafik, Layout, Druck |
| PNG / JPEG | nein | Präsentationen, Web-Bilder |
Drei Fragen, die das Format festlegen
- Welches System soll die Datei lesen? Das entscheidet fast immer allein.
- Soll ausgewertet oder gestaltet werden? Auswerten braucht Geodaten, Gestalten braucht Grafik.
- Wie hoch darf die Datenmenge sein? Web und BI brauchen vereinfachte Geometrien, ein GIS verträgt die volle Auflösung.
Beantworten Sie uns diese drei Fragen, und wir liefern in der Form, die bei Ihnen ohne Zwischenschritt funktioniert.