„Welches Format hätten Sie gern?" ist eine Frage, die sich schlecht beantworten lässt, solange nicht klar ist, was auf der Karte zu sehen sein soll. Denn Format, Maßstab und Detailtiefe hängen unmittelbar zusammen – ändert man eines, ziehen die anderen nach.
Die einfache Rechnung dahinter
Der Zusammenhang ist rein geometrisch:
Abgebildete Fläche ÷ Kartenfläche = Maßstab
Ein Beispiel: Deutschland ist von Nord nach Süd rund 880 Kilometer lang. Auf einem Bogen von 140 Zentimetern Höhe ergibt das etwa 1 : 630.000 – abzüglich Rand und Legende eher 1 : 700.000. Halbiert man die Höhe auf 70 Zentimeter, landet man bei rund 1 : 1.400.000. Dieselbe Karte, halbe Kantenlänge, aber ein Viertel der Fläche für denselben Inhalt.
Genau daran scheitern viele Formatwünsche. Alle fünfstelligen Postleitzahlen samt Ortsnamen brauchen schlicht Platz. Wer kleiner werden will, muss inhaltlich zurückgehen – etwa auf die dreistellige Ebene oder auf einen Regionalausschnitt. Wie dieses Zurückgehen kartografisch funktioniert, beschreibt der Beitrag Generalisierung.
Die gängigen Ausführungen
Großformatige Wandkarte. Der Klassiker für Deutschland-, Europa- und Regionalkarten mit hoher Informationsdichte. Sie wird dauerhaft aufgehängt und ist auf Lesbarkeit aus zwei bis drei Metern ausgelegt – gleichzeitig aber so detailliert, dass sie aus der Nähe die genaue Zuordnung erlaubt. Für den täglichen Gebrauch fast immer in Verbindung mit einer Veredelung.
Rollkarte. Auf einem Rollmechanismus montiert, ähnlich einer Projektionsleinwand. Sinnvoll, wenn die Karte nicht permanent sichtbar sein soll oder wenn mehrere Karten am selben Platz wechseln – etwa im Besprechungsraum oder im Unterricht.
Faltkarte. Für den mobilen Einsatz: im Fahrzeug, im Außendienst, bei Ortsterminen. Der Falz wird so gelegt, dass die Karte im gefalteten Zustand handlich bleibt und sich abschnittweise öffnen lässt. Wichtig zu wissen: Falzkanten sind auf Dauer die Schwachstelle jeder Karte – für den täglichen Gebrauch empfiehlt sich eine laminierte Ausführung.
Tisch- und Schreibunterlagenformat. Kleinere Ausschnitte oder reduzierte Inhalte, zum Arbeiten am Platz. Häufig als Werbelandkarte mit Firmenaufdruck.
Gerollter Versand ohne Montage. Wenn Sie die Karte selbst rahmen oder auf eine Trägerplatte aufziehen lassen möchten.
Papier und Bedruckung
Für Wandkarten verwenden wir kräftige Papiere, die auch großformatig plan hängen. Dünne Papiere neigen dazu, sich bei Temperatur- und Feuchtigkeitswechseln zu wellen – gerade an Außenwänden ein realer Effekt. Die Bedruckung erfolgt mit einem Farbaufbau, der auf die kartografische Farbsystematik abgestimmt ist: Flächenfarben müssen zart genug bleiben, damit die darüberliegende Beschriftung lesbar bleibt, und dürfen sich gleichzeitig sicher voneinander unterscheiden.
So legen wir das Format fest
- Gebiet klären – was muss vollständig auf die Karte?
- Wandfläche prüfen – wie viel Platz steht am vorgesehenen Ort zur Verfügung?
- Leseabstand bestimmen – aus welcher Entfernung wird die Karte üblicherweise betrachtet?
- Inhalt festlegen – welche Kartengrundlage, und welche Details sind unverzichtbar?
Aus diesen vier Angaben ergibt sich das Format fast von selbst. Wenn sich Punkt 1 und Punkt 2 widersprechen – das häufigste Szenario –, gibt es zwei Wege: kleineren Ausschnitt wählen oder auf eine gröbere Detailebene gehen. Welcher der bessere ist, hängt davon ab, wofür die Karte gebraucht wird.
Für individuelle Zuschnitte gilt dasselbe – dort legen Sie den Ausschnitt fest, und wir rechnen den Maßstab dazu: individuelle Kartenausschnitte.