Wissen: wie Landkarten funktionieren
Warum verzerrt jede Weltkarte? Was bedeutet ein Maßstab wirklich? Warum sehen dieselben Daten in zwei Karten unterschiedlich aus? Diese Seiten erklären die Grundlagen – ohne Fachjargon, aber ohne Vereinfachung an den falschen Stellen.
Landkarten wirken selbstverständlich. Genau das ist ihre größte Stärke – und ihr größtes Risiko. Eine Karte behauptet immer, die Wirklichkeit abzubilden. Tatsächlich ist sie das Ergebnis einer langen Reihe von Entscheidungen: Welche Projektion? Welcher Maßstab? Was wird weggelassen? Welche Farben? Wo werden Klassengrenzen gezogen?
Jede dieser Entscheidungen verändert, was die Karte aussagt. Wer sie kennt, liest Karten kritischer – und trifft bessere Entscheidungen darüber, welche Karte er für seine eigene Aufgabe braucht.
Die Themen
Grundlagen der Abbildung
- Kartenprojektionen – warum jede flache Karte einer Kugel Gewalt antut, und welche Verzerrung Sie sich aussuchen können
- Koordinatensysteme – WGS 84, ETRS89, UTM und Gauß-Krüger: was dahintersteckt und wann es praktisch relevant wird
Vom Gelände zur Karte
- Maßstab – die wichtigste Zahl auf jeder Karte, und warum „groß" und „klein" umgekehrt bedeuten, als man denkt
- Generalisierung – das begründete Weglassen: die eigentliche kartografische Kunst
- Kartografische Gestaltung – Farbe, Signaturen, Schrift und Klassenbildung als inhaltliche Entscheidungen
Gebietssysteme und Daten
- Postleitzahlensystem – Aufbau, Bedeutung der Ziffern und die Tücken bei der Datenverarbeitung
- Gebietsstand und Aktualität – warum das Datum eines Datensatzes über die Vergleichbarkeit entscheidet
- Datenformate – Shapefile, GeoPackage, GeoJSON und die anderen: welches wofür
Nachschlagen
- Glossar – die Begriffe, die Ihnen in Angeboten und Datenbeschreibungen begegnen
Warum wir das ausführlich erklären
Wir verkaufen Landkarten. Man könnte fragen, warum wir dann so viel Aufwand darauf verwenden, unsere eigenen Produkte zu erklären – einschließlich ihrer Grenzen.
Der Grund ist praktischer Natur. Die meisten unzufriedenen Kunden im Kartengeschäft sind nicht schlecht beliefert worden, sondern haben etwas anderes erwartet, als sie bestellt haben. Eine Karte im falschen Maßstab. Eine Projektion, die für Flächenvergleiche ungeeignet ist. Ein Gebietsstand, der nicht zu den eigenen Daten passt. All das lässt sich vermeiden, wenn man die Zusammenhänge vorher kennt.
Deshalb erklären wir sie – und beraten lieber einmal zu ausführlich, bevor produziert wird. Welche Kartengrundlage zu Ihrer Aufgabe passt, besprechen wir gern direkt.
Kartenprojektionen
Warum jede flache Karte einer Kugel Gewalt antut, was winkeltreu und flächentreu bedeuten und welche Projektion wofür taugt.
Koordinatensysteme
WGS 84, ETRS89, UTM und Gauß-Krüger: was EPSG-Codes bedeuten und warum das Bezugssystem über die Brauchbarkeit von Geodaten entscheidet.
Maßstab
Was 1:300.000 bedeutet, warum großer Maßstab wenig Fläche heißt und wie Maßstab, Format und Detailtiefe zusammenhängen.
Generalisierung
Warum Karten weglassen müssen, welche Verfahren dabei greifen und warum naive Vereinfachung Lücken zwischen Gebieten erzeugt.
Kartografische Gestaltung
Farbschemata, Klassenbildung, Signaturen und Beschriftung – und warum dieselben Daten sehr unterschiedlich wirken können.
Postleitzahlensystem
Aufbau der fünfstelligen PLZ, Bedeutung von Leitzone, Leitregion und Leitbereich – und die typischen Tücken bei der Datenverarbeitung.
Gebietsstand und Aktualität
Warum das Datum eines Kartendatensatzes über Vergleichbarkeit entscheidet – und wie man Zeitreihen trotz Gebietsreformen sauber auswertet.
Datenformate
Shapefile, GeoPackage, GeoJSON, TopoJSON, KML, DXF und Grafikformate im Vergleich – welches Format wofür geeignet ist.
Glossar
Von Attributtabelle über Generalisierung und Isochrone bis Shapefile – die Fachbegriffe kurz und verständlich erklärt.