Es gibt einen Anwendungsfall, der weder in die GIS- noch in die Geomarketing-Welt gehört: Die Marketing- oder Grafikabteilung braucht eine Karte, die im Layout gestaltet wird. Sie soll zur Bildsprache des Unternehmens passen, in Hausfarben eingefärbt werden, mit eigenen Beschriftungen versehen und in ein Dokument eingebaut werden.
Ein Shapefile hilft hier nicht weiter – Grafikprogramme können damit nichts anfangen. Gebraucht wird eine Vektorgrafik mit sinnvoll aufgebauten Ebenen.
Was eine brauchbare Vektorkarte ausmacht
Der Unterschied zwischen einer nutzbaren und einer unbrauchbaren Vektorkarte liegt in der Struktur:
Ebenen statt Sammelsurium. Gebietsflächen, Grenzen, Beschriftung, Gewässer und Straßen liegen auf getrennten Ebenen. Nur so lässt sich gezielt einfärben, ausblenden oder umgestalten.
Benannte Objekte. Jede Fläche trägt ihre Gebietsbezeichnung als Objektnamen. Sonst wird das Einfärben einzelner Regionen zur Sucharbeit.
Geschlossene Pfade. Gebietsflächen müssen als geschlossene Pfade vorliegen, damit sie sich flächig füllen lassen – nicht als offene Linienzüge.
Text als Text. Beschriftungen bleiben editierbar, statt in Kurven umgewandelt zu sein. Sonst lässt sich weder die Schriftart an das Corporate Design anpassen noch ein Tippfehler korrigieren.
Diese vier Punkte klingen banal, entscheiden aber darüber, ob die Grafikabteilung mit der Datei arbeiten kann oder sie neu zeichnet.
Was Sie damit machen können
- Geschäftsberichte und Präsentationen – Standorte, Marktpräsenz, Expansionsschritte
- Broschüren und Kataloge – Vertriebs- und Servicegebiete im eigenen Layout
- Messegrafiken und Roll-ups – großformatig, ohne Qualitätsverlust
- Web- und Social-Grafiken – als SVG direkt einsetzbar
- Infografiken, in denen die Karte nur ein Element unter mehreren ist
Der Vorteil der Vektorform: Sie ist maßstabsfrei skalierbar. Dieselbe Datei liefert das Icon in der Präsentation und das Motiv auf der Messewand, ohne dass Kanten ausfransen.
Eine offene Einordnung
Wir sagen es deutlich: Vektorkarten sind bei uns eine Sonderform. Unser Schwerpunkt liegt bei den GIS- und Geomarketing-Formaten – Shapefiles, RegioGraph-Layern und easymap-Karten. Dort liegt die Erfahrung, dort ist das Portfolio am breitesten, und dort können wir am schnellsten liefern.
Vektorkarten für die Grafikabteilung stellen wir bereit, wenn der Bedarf besteht – aber sie sind nicht der Kern unseres Angebots. Fragen Sie uns konkret nach Gebiet und Zielformat, dann sagen wir Ihnen verlässlich, was in welcher Qualität möglich ist. Ein pauschales „geht alles" wäre an dieser Stelle nicht ehrlich.
Zwei häufige Missverständnisse
„Wir brauchen nur eine PDF-Karte." Eine PDF-Datei kann Vektordaten enthalten – muss aber nicht. Ein PDF mit eingebettetem Pixelbild sieht am Bildschirm gut aus und ist trotzdem nicht bearbeitbar. Klären Sie vorher, ob wirklich Vektordaten gebraucht werden.
„Die Karte soll später auch für Auswertungen dienen." Dann ist die Vektorgrafik der falsche Weg. Vektorkarten haben keine Attributtabelle – Sie können sie einfärben, aber keine Daten anspielen. Für Auswertungen brauchen Sie Geodaten, nicht Grafik.
Wenn es gedruckt werden soll
Falls die Karte am Ende ohnehin als Druckstück im Unternehmen landet, lohnt sich der Blick auf unsere gedruckten Landkarten – insbesondere auf Werbelandkarten mit Logo und Hausfarben. Dann übernehmen wir die kartografische Gestaltung gleich mit, statt sie in die Grafikabteilung zu verlagern.