Die Postleitzahlenkarte beantwortet eine sehr praktische Frage: Wo genau hört das eine Gebiet auf und wo fängt das nächste an? Anders als bei Verwaltungsgrenzen, die vielen Menschen im Detail unbekannt sind, kann jeder mit einer Postleitzahl etwas anfangen. Genau das macht sie zum Arbeitspferd unter den Kartengrundlagen.
Was die Karte zeigt
Grundlage sind die fünfstelligen Postleitzahlengebiete. Sie werden als geschlossene Flächen dargestellt und farblich so gegeneinander abgesetzt, dass benachbarte Gebiete auf einen Blick unterscheidbar bleiben. Die Farbgebung folgt dabei keinem inhaltlichen Schlüssel – sie dient allein der Trennung, ähnlich wie bei einer politischen Weltkarte.
Ergänzt wird das Kartenbild um:
- die fünfstellige Postleitzahl an jedem Ort beziehungsweise Ortsteil
- Ortsnamen in nach Bedeutung abgestufter Schriftgröße
- die zweistelligen Leitregionen als große Ziffern in der Fläche, damit die Grobverortung ohne Suchen gelingt
- ein zurückhaltendes Straßen- und Gewässernetz zur Orientierung
Wo mehrere Postleitzahlen zu einem Ort gehören, werden sie als Bereich zusammengefasst dargestellt – etwa 73430–73434. Diese Schreibweise spart Platz und ist in der Praxis gut lesbar.
Warum die Farbtrennung wichtiger ist als die Linie
Ein Detail, das in der Produktion viel Aufmerksamkeit bekommt: Postleitzahlengrenzen sind keine sichtbaren Grenzen in der Landschaft. Sie folgen historisch gewachsenen Zustellbezirken und verlaufen deshalb manchmal quer durch Siedlungen. Eine reine Liniendarstellung wäre in dicht besiedelten Räumen kaum lesbar. Die flächige Farbtrennung löst das – man erkennt die Gebietszugehörigkeit auch dann, wenn die Grenzlinie selbst zwischen Häusern verschwindet.
Typische Verwendung
Die Postleitzahlenkarte ist die Standardgrundlage überall dort, wo Gebiete zugeschnitten oder zugeordnet werden: bei der Gebietsplanung im Vertrieb, bei der Abgrenzung von Liefer- und Zustellgebieten, in der Standortplanung und in der Disposition.
In gedruckter Form ist sie unser bekanntestes Produkt – die Postleitzahlenkarte Deutschland aus dem früheren BACHER Verlag. Digital liefern wir dieselbe Gebietsgliederung als Postleitzahlgeometrien für GIS-, Geomarketing- und BI-Systeme.
Wichtig: Postleitzahlen ändern sich
Postleitzahlengebiete sind nicht in Stein gemeißelt. Sie werden fortgeschrieben, wenn sich Zustellstrukturen ändern. Für gedruckte Karten heißt das: Der aufgedruckte Gebietsstand sollte zur Aufgabe passen. Für digitale Karten heißt es: Ein Vergleich zweier Zeitpunkte funktioniert nur, wenn beide auf demselben Stand beruhen. Mehr dazu unter Gebietsstand und Aktualität.
Abgrenzung zu anderen Grundlagen
Wenn Sie zusätzlich sehen möchten, welche Kreise und Gemeinden hinter den Postleitzahlen liegen, ist die PLZ- und Verwaltungskarte die passendere Wahl. Geht es dagegen darum, Wege und Anfahrten zu besprechen, ist die Straßenkarte mit PLZ-Raster besser geeignet: Sie zeigt das Straßennetz in voller Ausprägung und legt die Postleitzahlengliederung als Raster darüber.
Wie das deutsche Postleitzahlensystem überhaupt aufgebaut ist und was die einzelnen Ziffern bedeuten, erklärt der Wissensbeitrag Postleitzahlensystem.