Die Organisationskarte unterscheidet sich von allen anderen Grundlagen in ihrer Absicht. Sie will nicht möglichst viel zeigen, sondern möglichst gut nutzbar sein. Sie ist kein Nachschlagewerk, sondern eine Arbeitsfläche.
Das Prinzip: weglassen, damit Platz entsteht
Auf einer normalen Karte konkurriert jede zusätzliche Information mit allen anderen um Aufmerksamkeit. Wenn Sie auf dieser Karte anschließend noch eigene Gebiete anlegen, Namen eintragen oder Nadeln setzen, wird es unlesbar. Die Organisationskarte dreht die Reihenfolge um: Zuerst wird festgelegt, wie viel Raum Ihre eigene Struktur braucht – danach entscheidet sich, wie viel Grundlage übrig bleibt.
Konkret bedeutet das:
- Gebietsgrenzen bleiben vollständig erhalten – sie sind das Gerüst
- Ortsbeschriftung wird auf die zur Orientierung nötigen Orte reduziert
- das Straßennetz beschränkt sich auf die übergeordneten Achsen
- Flächenfarben bleiben hell und zurückhaltend, damit eigene Farben darauf noch wirken
- ein grober Ordnungsrahmen – etwa die zweistelligen Leitregionen – erleichtert die Grobverortung
Wofür sie gedacht ist
Die klassische Anwendung ist die Gebietsorganisation. Ein Vertriebsleiter zeichnet Bezirke ein, ein Serviceleiter markiert Einsatzradien, eine Verbandsgeschäftsstelle ordnet Ortsgruppen zu. Dabei geht es weniger um exakte Geometrie als um Verständigung: Wer ist wofür zuständig, wo sind die Übergänge, wo gibt es Lücken?
Typische Situationen:
- Gebietszuschnitt im Vertrieb, bevor die Aufteilung ins System übernommen wird – siehe Vertriebsgebiete
- Einsatz- und Bereitschaftsplanung bei Diensten mit wechselnden Zuständigkeiten
- Workshops und Abstimmungsrunden, in denen mehrere Personen gemeinsam auf eine Karte schauen – siehe Messe und Präsentation
- Schulungen und Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Warum gedruckt hier besonders sinnvoll ist
Gerade bei dieser Grundlage spielt die gedruckte Karte ihre Stärke aus. Eine große Karte an der Wand erlaubt es mehreren Personen, gleichzeitig auf denselben Raum zu schauen und zu zeigen. Das ersetzt keine Systemlösung – aber es beschleunigt die Abstimmung erheblich, bevor eine Struktur festgeschrieben wird.
Für diesen Zweck bieten sich mehrere Veredelungen an:
- beschreibbare Oberfläche für wasserlösliche Marker, damit Entwürfe wieder verschwinden
- magnethaftende Ausführung für Beschriftungsschilder und Magnetpunkte
- Pinnbarkeit für Nadeln und Fähnchen bei klassischer Standortmarkierung
Und digital?
Selbstverständlich liefern wir dieselbe reduzierte Gliederung auch als digitale Karte. Dort übernimmt allerdings die Software die Rolle des „Weglassens": In RegioGraph oder easymap blenden Sie Ebenen einfach aus, statt eine eigens reduzierte Grundlage zu bestellen. Die Organisationskarte als eigenständiges Produkt ist deshalb vor allem eine Stärke der gedruckten Welt.